Bei der offenen Technik ergänzt der Operateur die Schnitte im Naseninneren um einen kleinen Schnitt am Nasensteg — der Hautbrücke zwischen den Nasenlöchern. Dadurch lässt sich die Haut der Spitze anheben, sodass das knöchern-knorpelige Gerüst unter direkter Sicht bearbeitet werden kann.
Der Preis dieser Entscheidung ist eine kleine äußere Narbe; ihr Gewinn ist die Sicht. Diese Seite erklärt, wann sich der Gewinn lohnt. Den allgemeinen Rahmen finden Sie auf der Seite Nasenkorrektur.
Was ist die offene Technik?
Bei der externen (offenen) Rhinoplastik wird die Haut über der Nasenspitze vollständig vom darunterliegenden Knorpel gelöst und angehoben. Der Operateur sieht die tatsächliche Lage der unteren Knorpel, ihre Asymmetrien und ihr Verhältnis zueinander.
| Merkmal | Offene Technik |
|---|---|
| Schnitte | Naseninneres + stufenförmiger oder umgekehrt V-förmiger Schnitt am Nasensteg |
| Haut der Nasenspitze | Wird angehoben |
| Sicht | Direkt, beidhändiges Arbeiten möglich |
| Beurteilung der Symmetrie | Während der Operation vergleichend möglich |
| Einbringen von Transplantaten | Kontrolliert, mit Nähten fixiert |
Wann wird sie bevorzugt?
Die offene Technik rückt in den Vordergrund, je komplexer der Eingriff wird:
- Ausgeprägte Spitzenasymmetrie — Unterschiede in Länge und Winkel der Knorpel müssen direkt gesehen werden
- Verbogene (gebrochene oder S-förmige) Nasen
- Umfangreicher Transplantatbedarf — Stützen aus Septum-, Ohr- oder Rippenknorpel
- Kollaps der Nasenklappe — Einbringen von Transplantaten, die den Luftweg öffnen
- Revisionsfälle — Nasen mit verklebtem Gewebe und veränderter Anatomie
- Angeborene Nasenfehlbildungen wie bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
Eine aktuelle Übersichtsarbeit zu Transplantatmaterialien und -techniken in der Rhinoplastik betont, dass die korrekte Positionierung der Stütztransplantate sowohl für das ästhetische als auch für das Atemergebnis entscheidend ist. Diese Positionierung gelingt unter direkter Sicht zuverlässiger.
Der Schnitt am Nasensteg und seine Narbe
Dieser Schnitt ist der einzige sichtbare Preis der offenen Technik. Was bestimmt, wie auffällig die Narbe wird:
| Faktor | Wirkung |
|---|---|
| Schnittführung | Ein stufenförmiger oder umgekehrt V-förmiger Schnitt fällt weniger auf als ein gerader |
| Spannung beim Verschluss | Ein spannungsfreier Verschluss verbessert die Narbenqualität |
| Zeitpunkt der Fadenentfernung | Zu spät entfernte Fäden können Spuren hinterlassen |
| Sonnenschutz | Eine ungeschützte Narbe kann in den ersten Monaten nachdunkeln |
| Persönliche Narbenneigung | Keloide oder hypertrophe Narben in der Vorgeschichte erhöhen das Risiko |
In den ersten Wochen ist die Narbe rötlich und auffällig, über Monate verblasst sie. Die Ausreifung dauert in der Regel 6–12 Monate.
Wie läuft die Operation ab?
Die offene Rhinoplastik erfolgt in Vollnarkose und dauert durchschnittlich 2,5–3,5 Stunden. Bei Transplantatbedarf oder Voroperationen kann sie länger dauern.
- Setzen des Steg- und der inneren Schnitte
- Anheben der Spitzenhaut — das Knorpelgerüst wird direkt sichtbar
- Beurteilung des Septums — Verbiegung korrigiert, bei Bedarf Knorpel für Transplantate entnommen
- Korrektur des Rückens — Höckerabtragung oder Absenkung mit erhaltender Methode
- Osteotomien — Neuausrichtung der Nasenbeine
- Formung der Spitze — Nahttechniken und Stütztransplantate
- Zurücklegen der Haut und Verschluss
- Schienung
Offen und geschlossen im Vergleich
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse berichtet, dass die beiden Techniken bei den von Patientinnen und Patienten berichteten Ergebnismaßen weitgehend vergleichbar sind. Auf die Frage „welche ist besser" gibt es also keine einzelne Antwort; die Frage sollte lauten „welche für diese Nase".
| Kriterium | Offen | Geschlossen |
|---|---|---|
| Sichtfeld | Weit | Begrenzt |
| Äußere Narbe | Vorhanden (klein) | Keine |
| Dauer der Spitzenschwellung | Länger | Kürzer |
| Kontrolle bei komplexen Fällen | Hoch | Begrenzt |
| Operationsdauer | Länger | Kürzer |
| Einbringen von Transplantaten | Unkompliziert | Schwierig |
Sie können auch die Seite zur geschlossenen Technik heranziehen, um beide Zugänge nebeneinander zu betrachten.
Heilung
| Zeitraum | Was zu erwarten ist |
|---|---|
| Erste 2 Tage | Verstopfte Nase, Schwellung und Blutergüsse um die Augen |
| Tag 6–7 | Schiene und Stegfäden werden entfernt |
| 2. Woche | Blutergüsse weitgehend abgeklungen |
| 1.–3. Monat | Deutlicher Rückgang der Schwellung, die Narbe beginnt zu verblassen |
| 6.–12. Monat | Die Spitze verfeinert sich, die Narbe reift aus |
| 12.–18. Monat | Bei dickerer Haut schließt das Ergebnis ab |
In dieser Zeit:
- Die Narbe am Nasensteg wird vor Sonne geschützt und wie empfohlen gepflegt.
- Druck auf die Nasenspitze wird vermieden.
- Schwerer Sport wird für die ersten 3–4 Wochen zurückgestellt.
- Die Nasenpflege wird fortgeführt.
Welche Risiken gibt es?
Zusätzlich zu den allgemeinen Risiken der Rhinoplastik bringt die offene Technik mit sich:
- Eine auffälliger als erwartet abheilende Narbe am Nasensteg
- Länger anhaltende Schwellung an der Spitze
- Vorübergehende Gefühlsveränderung an der Spitze
- Durchblutungsprobleme der Spitzenhaut (selten)
Zu den allgemeinen Risiken zählen Blutung, Infektion, asymmetrischer Heilungsverlauf, fortbestehende Atembehinderung und Revisionsbedarf. Diese Liste ist nicht abschließend; Ihre individuellen Risiken werden gesondert im Rahmen der Untersuchung und der Aufklärung besprochen.




